Das Virtuelle Migrationsmuseum auf der Jungen Islam Konferenz

 

Momentan wird in Deutschland eine teilweise hysterische gesellschaftliche Debatte über „den“ Islam geführt, die sich durch Pauschalisierungen und antimuslimische Rassismen auszeichnet. Umso wichtiger ist die Arbeit der Jungen Islam Konferenz (JIK). Was diese Konferenz ist und wo die Verbindung zum Virtuellen Migrationsmuseum liegt, erfahrt Ihr hier.

Die Junge Islam Konferenz (JIK) ist ein Diskussionsforum, Think-Tank und Netzwerk, das sich an junge Menschen (17 bis 25) – ob muslimisch oder nicht-muslimisch – richtet. Die Themenfelder Islam und MuslimInnen fungieren dabei als Platzhalter für den Umgang mit Vielfalt und Differenz in Deutschland insgesamt. Die JIK erarbeitet politische und gesellschaftliche Konzepte für das Zusammenleben in der von Vielfalt geprägten Einwanderungsgesellschaft. Hier liegt eine zentrale Übereinstimmung mit den Zielen des Virtuellen Migrationsmuseums.

Auf nach Berlin

Das Plenum auf der JIK Berlin 2014

Das Plenum auf der JIK Berlin 2014 (v.l.n.r. Kazim Erdoğan, Esra Küҫük, Prof. Barbara John, Dr. Robert Fuchs)

Als sich entsprechend Planungen für eine Konferenz in Berlin  konkretisieren, werden wir als Podiumsteilnehmer eingeladen. Auf der Tagung steht die historische Perspektive auf Fragen der Migration in urbanen Räumen im Blickpunkt und dazu können wir wirklich was berichten. Zum einen ist die Migrationsgeschichte in die BRD unser Kernthema und zum anderen ist das Setting unseres virtuellen Museums in einer fiktiven Stadt angesiedelt. Also mache ich mich auf nach Berlin.

 

Erinnerungskultur und Identität

Nach einem spannenden Vortrag, der Vorurteile gegenüber MigrantInnen und speziell MuslimInnen den Fakten gegenüberstellt, beginnt das Podium zu den historischen Entwicklungen. Gemeinsam mit drei weiteren TeilnehmerInnen beleuchten wir den Zusammenhang von Migration und Stadtentwicklung. In meinem Teil stelle ich zuerst das Virtuelle Migrationsmuseum vor und präsentiere den Trailer. Anschließend stellt sich die Frage, worin die Bedeutung der Erinnerungskultur liegt, das heißt letztlich, warum unser Museum wichtig ist.

Die Antwort ist klar: Erinnerung hängt mit Identität von Individuen und Gruppen zusammen. Solange aber institutionalisierte Erinnerung, wie wir sie in Schulbüchern, Gedenkstätten und Museen finden, Migration als Teil „der“ deutschen Geschichte nicht repräsentiert, fehlen für einen wachsenden Teil der Bevölkerung Anknüpfungspunkte und Teilhabe an diesem Narrativ.

Historische Tiefenschärfe und Platz im Virtuellen Migrationsmuseum

Zeitungsauschnitt aus dem Kölner Express von 1965

Zeitungsauschnitt aus dem Kölner Express von 1965

Zudem kann ein Blick in die Vergangenheit heutigen Debatten historische Tiefenschärfe verleihen. Mit Blick auf die Geschichte lässt sich unter anderem zeigen, dass die Wahrnehmung von Gruppen wandelbar ist: In den 1960er Jahren beispielsweise waren die türkischen „GastarbeiterInnen“ eine hoch angesehene Gruppe. Sie galten als „Preußen des Orients“ und ihre Religiosität wurde positiv bewertet. Wie das Bild von 1965 zeigt, wurden Muslime sogar eingeladen, im Kölner Dom zu beten. Im Virtuellen Migrationsmuseum wollen wir auf solche Sachverhalte aufmerksam machen. Wir werden die historische Entwicklung der institutionalisierten Religionsausübung, den alltäglichen Umgang mit Religion und eben auch die sich wandelnde Wahrnehmung in der deutschen Öffentlichkeit thematisieren.

Ich sage danke für die Einladung zu dieser gelungenen Konferenz und insbesondere auch für die interessanten Gespräche mit den jugendlichen TeilnehmerInnen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s