#myrembrandt: Ein Wanderer zwischen Raum und Zeit

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Begleitet von der Kulturvermittlerin Anke von Heyl besuchte uns letzte Woche ein sehr ungewöhnlicher Gast: ein Zeit- und Raumreisender.

Bei den Sci-Fi Fans unter Euch läuten schon bestimmt alle Alarmglocken. Ist Doctor Who, der sympathische außerirdische Zeitreisende des gleichnamigen britischen Fernsehklassikers, in Deutschland unterwegs? Naja, so könnte man unseren Gast nennen: Den Doctor Who der Malerei – Rembrandt. Oder genauer gesagt, Rembrandts Selbstportrait. Genau wie der Außerirdische und seine Raum-Zeit-Maschine, reisen seit Juli sieben Kopien dieses Selbstportraits aus der Münchner Pinakothek durch Zeit und Raum. Eine schaffte es sogar ins Weltall!

Partizipation als Schlüsselelement

Die Pinakothek erfährt gerade eine vierjährige Sanierung und nutzt diese Gelegenheit, um innovativ mit ihrer Sammlung umzugehen. Auf seinen Reisen trifft der „Rembrandt-Selfie“ auf neue Welten, neue Orte. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen dem Kunstwerk und den Umgebungen, in denen er sich befindet. Wer Rembrandt auf einer Reise mitnimmt, schickt der Pinakothek Bilder und/oder teilt es der Welt online mit, unter anderem bei Instagram, Facebook und Twitter unter dem Hashtag #myRembrandt.

Robert und ich glauben an die Möglichkeiten partizipativer Instrumente und an die Vielschichtigkeit von Objekten: sie haben viele Facetten und können unzählige Geschichten erzählen. Das gilt auch für dieses 1629 entstandene Portrait. Wir sind also begeistert, als Anke uns von ihrer geplanten Reise mit Rembrandt erzählt und vorschlägt, ihn in die DOMiD-Welt eintauchen zu lassen.

Rembrandt trifft DOMiD

Am Freitag kommt der Meister zu uns: Keine Paparazzi, keine Bodyguards. Rembrandt reist inkognito und ohne viel Schnickschnack – in einer Beuteltasche. Als ich ihn endlich in meinen Händen halte, bin ich irgendwie berührt. Man fühlt sich geehrt, ein Teil dieses großen Abenteuers zu sein. Gleichzeitig amüsiert mich seine Miene sehr: Seine gewölbte Augenbrauen und halboffener Mund signalisieren Überraschung – „wo bin ich wohl gelandet und warum?“

Und @Sandra_Vacca himmelt #myrembrandt an!

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Robert Fuchs vom @DOMID_MigMus fühlt irgendwie mit #myrembrandt

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Als erstes studiert der Portrait-Experte die sogenannten „Drei-Generationen“ Portraits von DOMiD: Diese zeigen wie Migration die Gesellschaft prägt und die vielen unterschiedlichen Schicksale die dadurch entstanden sind. Rembrandt scheint von dieser Vielfalt begeistert zu sein. „So macht man also Portraits heute?“

Als Holländer hat #myrembrandt einen besonderen Blick für die Migrationsgeschichte in Deuschland. @Domid_MigMus

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Anschließend bekommt er die Geschichte eines Kunstgenossen zu hören: Aus der DOMiD-Sammlung habe ich ein paar Pinsel, Farbe, Pastellkreide, Kohlestifte und einen Spachtel geholt. Sie gehörten Ilter R., einem kurdischen politischen Flüchtling. Als er nach Deutschland flüchtete, fing er ein Studium an einer Hochschule für Kunst und Gestaltung an und wurde europaweit sehr erfolgreich. Ein zentrales Thema seiner Kunst bildet die Würde des Menschen. Ob der empathische Rembrandt durch Ilters Schicksal neue Inspiration gefunden hätte? „Zumindest sind mir diese Pinsel gut vertraut – Manche Sachen ändern sich wirklich wenig.“

#myrembrandt zu Besuch im @Domid_MigMus Er begutachtet Malmaterialen aus der Sammlung.

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Die Reise geht weiter

Anke von Heyl und Sandra mit dem erstaunten Rembrandt

Anke von Heyl und Sandra mit dem erstaunten Rembrandt

Nachdem Rembrandt bei uns war, stieg er wieder in seiner Reise- und Zeitmaschine, pardon, in seiner Beuteltasche und ging mit Anke weiter. Wo genau Rembrandt sich befindet, und was er gerade macht könnt Ihr auf Ankes Kanälen (hier und hier) sehen, aber auch auf Twitter und dem Storify der Pinakothek. Wir freuen uns, an diesem tollen partizipativen Projekt teilgenommen zu haben und bedanken uns bei Anke und der Pinakothek für die schöne Erfahrung.

 

 

2 comments on “#myrembrandt: Ein Wanderer zwischen Raum und Zeit

  1. […] gleich in drei Museen, wo er besondere Menschen traf. Das DOMID hat schon einen ausführlichen Blogbeitrag über unser Treffen […]

  2. […] gleich in drei Museen, wo er besondere Menschen traf. Das DOMID hat schon einen ausführlichen Blogbeitrag über unser Treffen […]

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