Bonus Track: Der Produzent im Gespräch

Erst mal vielen Dank für all die positiven Reaktionen auf unseren Trailer! Heute freuen wir uns, Euch den Produzenten des Films vorzustellen. Tom Heinen ist Geschäftsführer von 16 Colours, der Firma, mit der wir den Trailer realisierten. In einem Gespräch schildert er die Entstehung aus seiner Perspektive.

Kannst du uns beschreiben, was deine erste Reaktion / dein erster Gedanke war, als wir dir von unserem Projekt des virtuellen Museums erzählt haben?

Die Idee eines virtuellen Museums war mir bekannt und gefiel mir gut. Aber: ein virtuelles Museum zum Thema Migration? Im ersten Moment hat das nicht zusammen gepasst. Was will man denn da vermitteln? Und wie soll das erfahrbar gemacht werden?

Hauptbahnhof, Frankfurt a. M., 1971. Erika Sulzer-Kleinemeier, DOMiD-Archiv

Hauptbahnhof, Frankfurt a. M., 1971. Erika Sulzer-Kleinemeier, DOMiD-Archiv

Es hat dann “klick” gemacht, als wir uns einige Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Archiv angeschaut haben und die Sprache auf den Bahnhof als Aufenthaltsort kam; da gibt es dieses Foto, man sieht diese Gruppe von Menschen im Bahnhof, die etwas verloren in der Gegend rumstehen. Sandra erklärte uns dann die Story dahinter: Man war gerade erst in eine fremde Umgebung gezogen und wusste am Wochenende nicht, wo man hingehen sollte. Am Bahnhof herrschte stetiges Kommen und Gehen; es war somit der einzige Ort, an dem man die Zeit totschlagen konnte, ohne schief angeschaut zu werden.
Das hat mir gut gefallen – über ein einziges Bild und einer kurzen Erläuterung konnte man sich sehr gut in eine Situation hineinversetzen, die einem vorher völlig fremd war. Das gilt für viele der Exponate im DOMiD-Archiv. Oft sind es ja auch Gegenstände, die für sich wertlos sind. Aber in diesem Zusammenhang werden sie plötzlich interessant.

Aus welchem Grund hast du dich für die Umsetzung unseres Trailers entschieden?

Das hatte einen ganz praktischen Hintergrund. Das Projekt ist in vielen Punkten neuartig und somit schlecht verständlich, wenn man es verbal erklärt. Der Trailer verbildlicht, wie wir uns in der Stadt bewegen und was es zu sehen gibt.

Wie viele Leute haben bei der Umsetzung des Trailers mitgearbeitet und wer hat welche Aufgaben übernommen?

Das Atelier von 16 Colours in Köln-Ehrenfeld (Bild: 16 Colours)

Das Atelier von 16 Colours in Köln-Ehrenfeld (Bild: 16 Colours)

Wir haben zu Dritt an dem Projekt gearbeitet. Die größte Herausforderung war die unglaubliche Menge an Objekten, die erstellt werden musste: Häuser, Straßenzüge, Autos, Schilder, Haltestellen, Bäume…  man macht sich keine Vorstellung, wie viel Detail man benötigt, um die Szene belebt wirken zu lassen. Natürlich konnten wir auf eine große Bibliothek zurückgreifen und mussten nicht alles neu bauen. Aber es war schon speziell, schließlich spielt der Handlungsstrang in den 1960ern. Neben dem Modellieren, Texturieren und Ausleuchten der Szene ging also auch viel Zeit für Recherche drauf.

Wir hatten nicht viel Zeit, den Trailer umzusetzen. Da muss man hier und da auch Abstriche machen, denn bei der Zeitplanung wird nicht nur die eigentliche Arbeitszeit berücksichtigt, sondern auch die Dauer des Renderns. Rendern bezeichnet die Ausgabe der Bilder durch den Computer.
Vereinfacht kann man sagen, dass der Realitätsgrad der Bilder steigt, je mehr Zeit man hierfür einkalkuliert.

An welchem Moment erinnerst du dich gerne, wenn du an die Arbeit des Trailers denkst?

Wir hatten jede Menge Spaß! Ein bisschen war es so wie im Sand spielen und Burgen bauen – bei der Gestaltung der Umgebung hatten wir sehr viele Freiheiten und konnten nach Lust und Laune gestalten.

Welche Herausforderungen siehst du generell bei der Umsetzung unseres Projekts, also des virtuellen Museums?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dem virtuellen Museum nicht um ein Projekt “von der Stange”. Der Ansatz ist, auch in technischer Hinsicht, neu. Die Programmierung wird sicherlich eine Herausforderung sein. Die schiere Menge der Orte und Objekte wird sicherlich auch sportlich werden.

Vielen Dank an Tom Heinen für das Gespräch!

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