Von der Theorie zur Praxis: wie ich zum Projekt kam

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DOMiD ist für mich wie ein alter Bekannter. 2008 lernte ich den Verein kennen – damals lebte ich in Schottland. In meiner Masterarbeit in Museologie und später meiner Doktorarbeit in Geschichte war DOMiD ein Untersuchungsobjekt. Im Rahmen meiner Analysen beschäftigte ich mich mit den Büchern, dem Archiv und den Ausstellungen, die über die Jahre entstanden waren. Mit DOMiD hatte ich also eher eine wissenschaftliche Beziehung.

Wenn Arbeit und Forschungsinteresse zusammenfallen

Wenn Arbeit und Forschungsinteresse zusammenfallen

Es war ein ziemlich dunkler, düsterer Dezembertag, als ich die entscheidende Mail von Robert bekam. Ich saß in der Bibliothèque de la Part-Dieu in Lyon und wartete auf Dokumente. Ich überlegte, dass ich noch Weihnachtspapier und ein paar Geschenke kaufen musste – Weihnachten stand ja vor der Tür. Als ich die Mail mit dem Betreff „Mitarbeit 2013“ bekam, dachte ich zuerst „Oh, da hat jemand die falsche Person angeschrieben!“ Ich war Stipendiatin einer Forschungsschule und hatte mich nirgendwo beworben.

Rekrutierung ohne Bewerbung

Es war kein Irrtum – es war ein Jobangebot! Wofür genau wusste ich aber nicht. Die Email blieb sehr vage, es gebe „ein spannendes Projekt“, das viele Überschneidungen mit meiner Doktorarbeit aufweisen würde. Meine Neugier war geweckt und als ich nach mehr Informationen fragte, kam zunächst nichts. DOMiD hatte Betriebsruhe über die Feiertage und ich musste bis Anfang Januar warten. Das war bestimmt die spannendste Weihnachtszeit, die ich seit meiner Kindheit erlebt hatte. Was war das für ein mysteriöses Projekt? War das etwa diese kleine Ausstellungsidee, die ich mit dem Geschäftsführer Arnd Kolb bei einer meiner Archivbesuche diskutiert hatte? Ja, bestimmt war es das. Und würde meine Forschungsschule mich für sechs Monate freistellen?

Ich traf Arnd Kolb und Robert am 7. Januar, völlig überzeugt, dass es sich um eine kleine Ausstellung handeln würde. Als die beiden mir die Idee des virtuellen Museums darstellten, war ich zunächst sprachlos – wer mich kennt, weiß, dass mir das nicht oft passiert! Ich hatte sowas gar nicht erwartet und war absolut begeistert: Ein Museum, das keine Grenzen hatte! Ich bekam schon tausende Ideen, wie das virtuelle Museum aussehen könnte. Nach ein paar Sekunden hatte ich mich schon entschieden: Ich musste mitmachen! Nach einer Vereinbarung mit der Forschungsschule wurde ich sechs Monate freigestellt – ein paar Wochen später bekam ich den Schlüssel meines Büros. Das war der Anfang eines langen, spannenden Abenteuers, voller Brainstormings, verrückter Ideen und komplexer, theoretischer Exposés.

5 comments on “Von der Theorie zur Praxis: wie ich zum Projekt kam

  1. Ahmet Sezer sagt:

    herzlich willkommen und viel Erfolg

  2. Katja Sidim sagt:

    Das nenne ich einen tollen Jahresauftakt. Viel Erfolg für das Projekt. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

  3. […] Deutsch bloggen, hätte ich es bestimmt nicht geglaubt. In meinem ersten Beitrag ging es um meine Rekrutierung. Ich wusste gar nicht, wie ich anfangen sollte: sage ich gerade zu viel (ja, definitiv!), ist der […]

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